ARCHITEKTENRECHT

Isolierungs- und Wärmedämmarbeiten sind intensiv zu überwachen!

OLG Koblenz, Urteil vom 19.05.2016, Az.: 1 U 204/14

Ein Architekt (A) war für den Umbau eines Pflegeheims mit der Planung und Bauüberwachung betraut. Nach der Fertigstellung bildeten sich Pfützen auf dem Flachdach und Feuchtigkeit drang in das Gebäude ein. Es zeigte sich, dass der Dachaufbau diverse Mängel aufwies. Unter anderem war das Gefälle unzureichend und an den Kerto-Q-Platten fehlte der Holzschutz. Der Bauherr nahm A wegen Versäumnissen bei der Planung und Bauüberwachung klageweise auf Schadensersatz in Anspruch.

Die Klage war teilweise erfolgreich. Dem A seien hinsichtlich des Dachaufbaus Planungsfehler unterlaufen. Außerdem habe er die Bauüberwachung nicht mit hinreichender Sorgfalt wahrgenommen. Bei wichtigen oder kritischen Arbeiten, die erfahrungsgemäß ein besonders hohes Mängelrisiko aufweisen, sei der Architekt zu erhöhter Aufmerksamkeit und zu einer intensiven Wahrnehmung der Bauüberwachung verpflichtet. Das betreffe sämtliche Bereiche der Bauphysik, insbesondere die Isolierung und Wärmedämmung. Die gesteigerte Bauüberwachung sei A auch zumutbar gewesen. Er hätte zudem erkennen können, dass die Ausführung nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Aktuelle Rechtsprechung

VERGABERECHT

Zum Verbot produktspezifischer Ausschreibung

Ein öffentlicher Aufraggeber (AG) schrieb für den Neubau eines Hallenbades Dachabdichtungsarbeiten im offenen Verfahren europaweit aus. Einziges ... mehr

ARCHITEKTENRECHT

Vereinbarung einer Pflicht zur Teilabnahme nach Leistungsphase 8

Ein Bauherr (B) betraute einen Architekten (A) für die Errichtung eines Einfamilienhauses mit den Leistungsphasen 1 bis 9 gem. § 15 Abs. 2 HOAI ... mehr

KOMMUNALABGABENRECHT

Außenbereichsfläche kann Straßenreinigungsgebührenpflicht unterliegen

Ein Eigentümer (E) eines Grundstücks wehrte sich gegen die Heranziehung zu Straßenreinigungsgebühren. Das Grundstück liegt in einem ehemaligen ... mehr