ARCHITEKTENRECHT

Zur Ausführungsplanung bei gefahrenträchtigen Arbeiten

OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.06.2017, Az.: 22 U 14/17

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Hand-werker (H) mit der Installation einer Fußbo-denheizung. Nach der Fertigstellung be-mängelte B eine unzureichende Belastbar-keit der in der Doppelgarage verbauten System-/Dämmplatten und forderte zur Nachbesserung auf. H verlangte einen Zu-schuss zu den Kosten. Er meinte, B müsse sich an den Nachbesserungskosten beteili-gen, weil er sich die Versäumnisse seines Architekten (A) als Mitverschulden zurech-nen lassen müsse. A sei mit der Planung des Neubaus betraut gewesen, habe dem H jedoch nur einen Grundrissplan zur Ver-fügung gestellt. Eindeutige und detaillierte Vorgaben zu den Anforderungen an die System-/Dämmplatten fehlten.


Das Oberlandesgericht gab dem H Recht. B müsse sich ein Mitverschulden des A zurechnen lassen und sich deshalb an den Nachbesserungskosten beteiligen. Dem A habe die Ausführungsplanung oblegen. Hierzu gehöre es, für alle Gewerke umfas-sende Pläne zu erstellen und insbesondere im Bereich Tragwerk und Bauphysik bis ins kleinste Detail zu planen. Bei schadens-trächtigen Details bzw. Arbeiten müsse die Ausführungsplanung besonders ausdiffe-renziert sein. Bei den System-/Dämmplatten der Fußbodenheizung einer Doppelgarage handele es sich um ein wich-tiges und gefahrenträchtiges Ausführungs-detail. A hätte hierzu detaillierte Vorgaben machen müssen. Ihm sei insoweit ein Pla-nungsfehler unterlaufen, den sich B als Auftraggeber zurechnen lassen müsse.

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