ARCHITEKTENRECHT

Abzug „neu für alt“ beim Schadensersatzanspruch

OLG Naumburg, Urteil vom 19.02.2015, Az.: 2 U 49/13

Ein Ingenieur (I) wurde mit der Planung und Bauüberwachung des Neubaus einer Produktionshalle beauftragt. Die Abnahme erfolgte im Jahr 2004. Vor Ablauf der Gewährleistung ließ der Bauherr (B) das Gebäude auf etwaige Mängel untersuchen. Hierbei stellte sich heraus, dass die unter der Dachhaut des Flachdachs befindliche Wärmedämmung nicht ausreichend druckfest war. Es bestand die Gefahr, dass bspw. durch Schneelasten Vertiefungen entstehen und die Lebensdauer des Flachdachs verkürzt wird. Bislang war es hierzu allerdings noch nicht gekommen. Gleichwohl erhob B gegen I wegen mangelhafter Bauüberwachung Klage auf Schadensersatz in Höhe der Kosten für die Erneuerung des Flachdachs.

Die Klage war dem Grunde nach erfolgreich. Bei der Ermittlung der Höhe des Schadensersatzes sei allerdings zu berücksichtigen, dass das Flachdach bereits seit nunmehr zehn Jahren uneingeschränkt nutzbar war. Das entspreche einem Drittel der durchschnittlichen Lebensdauer des Flachdachs. Würden B die Kosten für eine Erneuerung vollständig ersetzt, wäre er folglich übervorteilt. Aus dem Grund müsse ein Abzug „neu für alt“ in Höhe eines Drittels der hier veranschlagten Mangelbeseitigungskosten erfolgen.

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