BAURECHT

Höhe des Schadensersatzes bei Verzicht auf die Schadensbeseitigung

OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.04.2015, Az.: 5 U 97/14

Ein Fliesenleger (F) war mit der Erneuerung des Fußbodens eines Badezimmers betraut. Aus Versehen betrat er mit Nagelschuhen das im Flur verlegte Parkett, wodurch ca. 2 mm tiefe Löcher im Holz verursacht wurden. Ein Sachverständiger schätzte die Kosten für das Abschleifen und Versiegeln des Parketts auf ca. 2.200 Euro. Für die anschließenden Maler- und Reinigungskosten veranschlagte er ca. 3.200 Euro. Der Eigentümer (E) des Wohnhauses verlangte von F folglich ca. 5.400 Euro Schadensersatz.

Die hierauf gerichtete Klage war nur teilweise erfolgreich. F sei dem Grunde nach zwar zum Ersatz des bei der Verrichtung seiner Arbeit verursachten Schadens verpflichtet. Da der Schaden aber bisher nicht beseitigt wurde, habe E lediglich Anspruch auf ca. 2.200 Euro. Hierbei handele es sich um den Geldbetrag, der zur reinen Schadensbeseitigung erforderlich ist. Ob die einhergehende Staubentwicklung einen kompletten Neuanstrich des Flurs erforderlich macht, sei ungewiss. Die Folgekosten könne E daher nur nach durchgeführter Schadensbeseitigung beanspruchen.

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